Novelle der Strassenverkehrsordnung

Hi, hier mal eine Aufstellung was sich in der StVO seit April geändert hat

Nebeneinanderfahren

  • 2, Absatz 4 StVO alt

Mit Fahrrädern muss einzeln hintereinander gefahren werden; nebeneinander darf nur gefahren werden, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird.

  • 2, Absatz 4 StVO neu

Mit Fahrrädern darf nebeneinander gefahren werden, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird; anderenfalls muss einzeln hintereinander gefahren werden.

Das Nebeneinanderfahren ist und bleibt erlaubt, solange der Verkehr dadurch nicht behindert wird. Aber dadurch, dass das nebeneinander Fahren normal wird und das hintereinander Fahren zur Ausnahme, wird mit dem Irrglauben aufgeräumt man müsse einzeln hintereinander fahren.

 Mindestüberholabstand

  • 5, Absatz 4, Satz 2 StVO alt

Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu den zu Fuß Gehenden und zu den Rad Fahrenden sowie zu den Elektrokleinstfahrzeug Führenden, eingehalten werden.

  • 5, Absatz 4, Satz 3, 4 und 5 StVO neu

Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern eingehalten werden. Beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fuß gehenden, Rad fahrenden und Elektrokleinstfahrzeug führenden beträgt der ausreichende Seitenabstand innerorts mindestens 1,50 m und außerorts mindestens 2 m.

Was heißt das für uns Verkehrsteilnehmer?

Das erlaubte Nebeneinanderfahren und der Mindestüberholabstand hängen zwangsläufig zusammen. Das müssen alle Verkehrsteilnehmer lernen und begreifen! Nur so wird es weniger Stress auf der Straße geben.

Wir müssen uns bewußt werden, was 1,50 bzw. 2 Meter Abstand bedeutet. Das unterschätzen Auto- und Radfahrer.

Für Radfahrer bedeutet eine Straßenbreite von etwa 4,50 Metern, dass sie hintereinander fahren müssen! Würden zwei Radfahrer auf einer 4,50 Meter breiten Straße nebeneinander fahren, könnte kein Auto überholen. Es läge eine Behinderung vor. Eine Behinderung des Verkehrs liegt etwa vor, wenn ein Überholen von nebeneinanderfahrenden Radlern für einen Pkw, Bus oder auch ein anderes Zweirad wie etwa ein Motorrad aufgrund der Fahrbahnbreite nicht möglich ist, bei hintereinanderfahrenden Radfahrern der Überholvorgang aber schon möglich wäre.

Wegen des neuen Mindestüberholabstands von 1,50 Metern wird innerorts das Nebeneinanderfahren von Radfahrern immer dann erlaubt sein, wenn die Straße entweder mindestens 5,50 Meter breit, oder so schmal ist, dass ein Auto auch bei hintereinander fahrenden Radfahrern die 1,50 Meter Mindestüberholabstand nicht einhalten kann. Das sollte bei 4 Metern und weniger Fahrbahnbreite der Fall sein.

Darüber hinaus müssen Autofahrer begreifen, dass bei einer einspurigen Straßenführung, bei der die Fahrspuren durch eine durchgezogene Linie getrennt sind, ein absolutes Radfahrerüberholverbot gilt.

Das war schon immer so, wird durch die 1,50-Meter-Regel nun aber leichter verständlich.

Außerorts, wo die novellierte StVO mindestens 2 Meter Überholabstand vorschreibt, wird das Nebeneinanderfahren öfter erlaubt sein. Schließlich sind Landstraßen in der Regel mindestens 6 Meter breit. Bei Straßen mit Randstreifen darf die Straße gar etwas schmaler sein, falls einer der Radler rechts von der Fahrbahnmarkierung fährt.

Auf schmalen Wirtschaftswegen wird die 2-Meter-Regel zu einem eindeutigen Überholverbot führen. Nach Inkrafttreten der Novelle darf man dort immer nebeneinander radeln.Der nachfolgende Verkehr muss sich gedulden.